Stadttauben

Vergessene Haustiere

Häufige Fragen und Vorurteile

Stadttauben übertragen nicht mehr Krankheiten als alle anderen Tiere, mit denen wir uns umgeben.

Diese Annahme wurde in einer Studie der TU Darmstadt bereits 2004 widerlegt. Dennoch können wir gut verstehen, dass die Hinterlassenschaften auch nicht allzu hübsch sind.

Apropos: der Taubenkot, den du in der Stadt vorfindest, ist größtenteils Durchfall – auch „Hungerkot“ genannt –und tritt dann auf, wenn kein artgerechtes Futter (Körner) gefüttert werden. Bei artgerechter Ernährung der Körnerfresser ist der Taubenkot fest und lässt sich einfach zusammenkratzen und entsorgen (wie in unseren Taubenschlägen zum Beispiel).

Im unmittelbaren Umkreis unserer Taubenschläge (aktuell 2 Standorte: Sandstraße & Parkdeck Reichwalds Ecke) bitten wir darum! Dort werden die Tauben von uns artgerecht versorgt.

Ansonsten können wir allerdings auch gut verstehen, dass Menschen Mitgefühl gegenüber den Tieren haben und ihnen etwas zuwerfen. Brot und Haferflocken sind allerdings kein geeignetes Futter und kann Tauben sehr krank machen! Brot & Brötchen enthalten zum Beispiel zu viel Salz und quellen im Magen auf – das führt zu Verdauungsproblemen und Mangelernährung. Haferflocken quellen im Kropf auf, entziehen Flüssigkeit und können dadurch zu Verstopfungen führen. Tauben sind Körnerfresser – keine Mülleimer.

Stadttauben sind standorttreu. Das heißt, dass sie an den Ort, an dem sie leben, gebunden sind und immer wieder dorthin zurückkehren – egal, wo man sie aussetzt. Dazu kommt, dass unsere Stadttauben von domestizierten Felsentauben abstammen und der Wald somit noch nie das Zuhause dieser Tauben bzw. ihrer Vorfahren war. Die Nischen und Ecken in Städten kommen an die natürlichen Brutplätze der Felsentauben recht nah heran – weswegen Städte grundsätzlich recht ansprechend für unsere heutigen Haustauben/Stadttauben sind.

Stadttauben haben sich nicht ausgesucht, das zu sein, was sie sind. Sie haben, wie jedes Lebewesen, einen respektvollen Umgang verdient und es liegt in unserer Verantwortung, uns um unsere ehemaligen Haustiere zu kümmern.

Ja das stimmt. Schau doch mal das Foto an!

Lasst uns auch direkt über das Ästchen im Schnabel sprechen: Man sagt unseren Stadttauben auch nach, dass sie „schlechte Nestbauer*innen“ sind... Lasst uns lieber sagen, sie sind „extrem effiziente Minimalisten“. Das macht vor ihrem evolutionären Hintergrund auch Sinn: Stadttauben stammen von domestizierten Felsentauben ab und bauen daher extrem einfache Nester – oft bestehen diese nur aus ein paar losen Zweigen. Ihre Vorfahren nisteten auf Felsvorsprüngen und brauchten dort kein aufwändiges Nest, da die Umgebung bereits stabil genug war. Dieses Verhalten haben sie bis heute beibehalten.